SAP Zero Copy bedeutet nicht Zero Cost: Was Unternehmen berücksichtigen sollten
SAP Zero Copy klingt nach weniger Datenbewegung, weniger Komplexität und geringeren Kosten. Für eine belastbare Architekturentscheidung müssen Unternehmen jedoch den vollständigen Datenweg betrachten: von der Bereitstellung in der SAP Business Data Cloud bis zur Nutzung in Microsoft Fabric.
Was bedeutet SAP Zero Copy?
Im Kontext der SAP Business Data Cloud (kurz: BDC) beschreibt SAP Zero Copy die Möglichkeit, bereits verfügbare Datenprodukte mit unterstützten externen Plattformen zu teilen, ohne für diesen Austausch eine weitere physische Kopie anzulegen. Eine entsprechende Integration mit Microsoft Fabric wurde angekündigt.
Der Ansatz kann auf den ersten Blick Vorteile bieten:
- Weniger zusätzliche Datenkopien beim Teilen bereits vorhandener Datenprodukte
- Schnellere Bereitstellung bereits vorhandener Datenprodukte
- Weniger Synchronisationsaufwand
- Fachlich und semantisch aufbereitete SAP-Datenprodukte
Technisch ist das ein interessanter Ansatz. Die Bezeichnung „Zero Copy“ beschreibt jedoch nur einen Teil der Gesamtarchitektur. Sie sagt weder aus, dass die Daten ohne vorherige Bereitstellung in der BDC verfügbar sind, noch dass ihre Nutzung kostenfrei ist.
Keine freie Rohdatennutzung aus dem SAP-System
Unternehmen sollten außerdem berücksichtigen, dass Zero Copy kein allgemeiner Direktzugriff auf beliebige Rohdaten des SAP-Quellsystems ist. Nutzbar sind die Datenprodukte und Freigaben, die in der SAP Business Data Cloud vorhanden, aufgebaut und für das jeweilige Szenario unterstützt sind.
Für standardisierte fachliche Anwendungsfälle kann diese kuratierte Bereitstellung wertvoll sein. Wenn jedoch individuelle Tabellen, zusätzliche Felder, eigene Extraktionslogiken oder kurzfristig neue Datenbedarfe benötigt werden, hängt die Umsetzung davon ab, ob ein passendes Datenprodukt vorhanden ist oder zunächst erstellt werden muss. Damit verlagert sich ein Teil der Flexibilität vom direkten Zugriff auf das SAP-System in die BDC-Schicht.
Ist SAP Zero Copy kostenlos?
Nein. „Zero Copy“ beschreibt zunächst die technische Art des Datenzugriffs und ist nicht mit „Zero Cost“ gleichzusetzen.
Die SAP Business Data Cloud verwendet Capacity Units als Abrechnungsmetrik für ihre Kapazitätsservices. Dazu gehört auch SAP Business Data Cloud Connect. Der konkrete Bedarf ist vom genutzten Dienst sowie von den Annahmen zu Datenvolumen und Nutzung abhängig und sollte mit dem jeweils aktuellen SAP Business Data Cloud Capacity Unit Estimator bewertet werden.
Für ein SAP-zu-Fabric-Szenario müssen daher mehrere Kostenebenen gemeinsam betrachtet werden:
- Einführung, Lizenzierung und Betrieb der SAP Business Data Cloud
- Bereitstellung, Aufbau und Pflege der benötigten Datenprodukte
- Nutzung von SAP BDC Connect und der hierfür erforderlichen Capacity Units
- Microsoft-Fabric-Kapazität sowie gegebenenfalls weitere Compute- und Speicherbedarfe auf der Zielseite
- Projekt-, Betriebs- und Governance-Aufwand über den gesamten Lebenszyklus
Dadurch treffen auf SAP- und Microsoft-Seite kapazitäts- beziehungsweise nutzungsabhängige Komponenten aufeinander. Die Gesamtkosten können deshalb nur belastbar bewertet werden, wenn Datenmengen, Aktualisierungsfrequenzen, Zugriffe und geplante Analytics- oder AI-Workloads bekannt sind.
Erspart Zero Copy wirklich eine Kopie?
Beim Teilen eines bereits in der BDC vorhandenen Datenprodukts kann Zero Copy eine zusätzliche physische Replikation vermeiden. Zuvor müssen die Daten jedoch aus dem SAP-Quellsystem in die BDC gebracht, dort verarbeitet und als Datenprodukt bereitgestellt werden. Die vorgelagerte Datenbewegung und Datenhaltung verschwinden also nicht automatisch.
Vergleicht man dies mit einer direkten Bereitstellung nach Microsoft Fabric, bleibt in beiden Architekturen eine Plattformschicht bestehen, in der SAP-Daten für Analytics und AI nutzbar gemacht werden. Der wesentliche Unterschied liegt darin, wo die Datenprodukte entstehen, wie flexibel auf Quelldaten zugegriffen werden kann und nach welchem Modell die beteiligten Komponenten lizenziert und betrieben werden.
SAP Zero Copy bedeutet deshalb nicht zwangsläufig weniger Gesamtkomplexität. Es kann die zusätzliche Kopie beim plattformübergreifenden Teilen vermeiden, setzt dafür aber die SAP Business Data Cloud als weitere zentrale Komponente voraus.
Alternative Architektur: SAP-Daten direkt in Microsoft Fabric bereitstellen
Eine Alternative besteht darin, die benötigten SAP-Daten gezielt extrahieren und dauerhaft in Microsoft Fabric bereitstellen. Dieser Ansatz erzeugt bewusst eine Datenkopie in OneLake. Dafür stehen die Daten in der Microsoft-Umgebung unabhängig von einem vorgelagerten BDC-Datenprodukt für Reporting, Analytics, Data Science und AI zur Verfügung.
Mit dab Nexus lässt sich eine solche Architektur umsetzen. Die Lösung unterstützt die Anbindung über RFC und OData und stellt SAP-Daten direkt für Microsoft Fabric bereit. Bei der RFC-Variante kommt ein SAP-zertifiziertes Add-on zum Einsatz, ohne den SAP-Standard zu verändern.
Der Unterschied zum BDC-Modell liegt insbesondere in der Kostenlogik: Die Softwarelizenz von dab Nexus basiert auf einem Subscriptionmodell und ist nicht an das übertragene Datenvolumen oder die Anzahl extrahierter Datensätze gekoppelt. Dadurch lassen sich die Lizenzkosten im Voraus kalkulieren. Hinzu kommen, wie bei jeder Zielarchitektur, die Kosten für Microsoft Fabric, Betrieb und gegebenenfalls weitere Komponenten.
Open Mirroring als planbare Alternative zu SAP Zero Copy
In Verbindung mit Microsoft Fabric Open Mirroring vwerden die ausgewählten SAP-Daten kontinuierlich nach OneLake repliziert. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um Zero Copy. Die Daten liegen bewusst in Microsoft Fabric und können dort mit weiteren Datenquellen verbunden und für nachgelagerte Workloads genutzt werden.
Für die Open Mirror Technologie berechnet Microsoft zudem keine Compute Kosten für das Zusammenführen (mergen) der Deltaloads, somit können die Daten erstmal ohne Zusatzkosten im Mirror zusammengeführt werden. Für den Mirroring-Speicher gelten kapazitätsabhängige Freigrenzen – bei einer F16 Kapazität stehen somit 16 Terabyte Speicher zur Verfügung. Erst bei der Weiterverarbeitung im Datalake entstehen verbrauchsabhängige Compute-Kosten.
Für Unternehmen ergeben sich daraus folgende Eigenschaften:
- SAP-Daten liegen direkt in der Microsoft-Umgebung.
- SAP-Daten lassen sich innerhalb von OneLake mit weiteren Datenquellen kombinieren.
- Analytics- und AI-Workloads in Microsoft Fabric können unmittelbar auf die bereitgestellten Daten zugreifen.
- Die dab-Nexus-Softwarelizenz bleibt unabhängig vom übertragenen Datenvolumen kalkulierbar.
- Eine zusätzliche BDC-Einführung ist für diesen direkten Datenweg nicht erforderlich.
Fazit: SAP Zero Copy im Kontext der gesamten Datenarchitektur
SAP Zero Copy kann vermeiden, dass beim Teilen eines bereits in der SAP Business Data Cloud vorhandenen Datenprodukts eine weitere physische Kopie entsteht. Die vorausgehende Bereitstellung der Daten in der BDC, der Aufbau der Datenprodukte und die damit verbundenen Lizenz-, Implementierungs- und Betriebskosten bleiben davon unberührt.
Für eine belastbare Entscheidung sollten Unternehmen daher nicht nur fragen, ob beim letzten Integrationsschritt eine Kopie entsteht. Relevant sind der vollständige Datenweg, die verfügbaren Datenprodukte, die benötigte Flexibilität, das Governance-Modell, die Datenaktualität, die Produktverfügbarkeit und die langfristigen Gesamtkosten.
SAP Business Data Cloud und die direkte Datenbereitstellung mit dab Nexus verfolgen unterschiedliche Ansätze. Wer Microsoft Fabric als zentrale Datenplattform etablieren möchte, findet in dab Nexus eine attraktive Alternative:
- SAP-zertifizierte Datenextraktion
- Unterstützung von SAP ERP und SAP S/4HANA
- Direkte Bereitstellung für Microsoft Fabric
- Transparentes Lizenzmodell mit planbaren Softwarekosten
- Unterstützung von Microsoft Fabric Open Mirroring
Prüfen Sie gemeinsam mit unseren Experten, welcher Ansatz zu Ihrer SAP- und Microsoft-Fabric-Architektur passt.
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